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Kirchensturm und Fussballsturm

Publikationsdatum: 
19.07.2018
Publikationskanal: 
Weltwoche

Die Bünzli-Schweiz mimt wieder Empörung. Als vier Vertreter der russischen Frauen-Punkrock-Band Pussy Riot während des Finals der Fussballweltmeisterschaft in Moskau aufs Spielfeld stürmten, kommentierte Sascha Ruefer im Fernsehen SRF: «Ich würde nie im Leben in Russland aufs Spielfeld rennen.» Die vier, die dies getan hätten, würden «ab Montag irgendwo in Sibirien Steine klopfen, für ganz lange Zeit». Politisch unkorrekt. Aber schlagfertig. Und spontan. Und ziemlich lustig. Doch die Aargauer SP-Präsidentin war empört. Andere waren auch empört. Sascha Ruefer kroch zu Kreuze. Er entschuldigte sich für seinen «als unsensibel empfundenen» Kommentar.

Nun ist die Moskauer Protestband Pussy Riot (in gepflegtem Deutsch: «Muschi-Krawall») seit Jahren eine Hätscheltruppe von Westeuropas und Amerikas Linken, Lauten und Labilen. Die vermummten Damen protestieren für Pussys und gegen Putin. Sie sehen sich als «Teil der antikapitalistischen Bewegung, die aus Anarchisten, Trotzkisten, Feministinnen und Autonomen besteht». Ihre Auftritte sind grundsätzlich illegal. Überall und jederzeit.

In die Schlagzeilen schaffte es Pussy Riot 2012 mit einer Aktion in der russisch-orthodoxen Hauptkathedrale in Moskau. Die Band stürmte die für gewöhnliche Kirchenbesucher unzugängliche erhöhte Stufe vor dem Altar. Dort vollführte Pussy Riot ein «Punk-Gebet», in dem die Sängerinnen Wörter wie «Gottesscheisse» absonderten. Von allen Provokationen ist jene der Verletzung religiöser Gefühle die billigste und geistloseste. In Russland kommt hinzu, dass die dortige orthodoxe Kirche von der Bevölkerung als Teil der nationalen Identität empfunden wird.

Pussy Riot fand in der Folge Nachahmer. Es kam vermehrt zu Ikonenschändungen und Kirchenvandalismus. Die harten Strafen wegen Verletzung der öffentlichen Ordnung mobilisierten die gewünschten Proteste von Amnesty International, Europarat, Sängerin Madonna und Kanzlerin Merkel. Nur sollten sie sich bei Solidaritätserklärungen für die Erstürmerinnen von Kirchen und Fussbaldfeldern bewusst sein: In den späten sechziger Jahren haben genau jene «Anarchisten, Trotzkisten, Feministinnen und Autonome», die Pussy Riot vertreten will, mit ähnlichen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Es begann einigermassen harmlos. Und endete im blutigen Terror der RAF.


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