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Ich bin die Christel von der Post

Publikationsdatum: 
22.02.2018
Publikationskanal: 
Weltwoche

Folgendes trällert die weibliche Hauptrolle in der Operette vom Vogelhändler: «Ich bin die Christel von der Post, klein das Salär und schmal die Kost.» Was für eine dörfliche Postbotin 1891 galt, muss für eine Schweizer Postchefin 2018 nicht mehr unbedingt gelten: Mit 100 000 Franken pro Monat, die Susanne Ruoff «verdient», braucht die gelernte Primarlehrerin nicht mehr in bemitleidenswertem Mass zu darben.

«Mein Amt ist herrlich, wenn auch gefährlich», singt der Sopran von Post-Christel. An der Herrlichkeit des Amtes als CEO der Post ist nicht zu zweifeln. Wer sonst kann schon einen vorsätzlichen Subventionsbetrug von fast hundert Millionen Franken «in einer Ecke der Postauto AG» verorten. Gefährlich scheint das Amt allerdings nicht. Weil die moderne Christel von der Post das «volle Vertrauen» der vorgesetzten CVP-Politiker Urs Schwaller und Doris Leuthard geniesst. Und weil sie von einer «unabhängigen Untersuchung» dieser Mitverantwortlichen wenig zu befürchten hat.

Über einen Postkunden singt die Christel: «Lass ihn vor allem s’Porto erst zahlen.» Wohl wahr. Sogar das Porto fürs strafbare Subventionserschleichen tragen die Konsumenten. Während sich der Staat bei seinen Einnahmen keinen Franken entgehen lässt und bei Gewerblern, Selbständigen und Angestellten fast jeden Beleg kontrolliert, kommt’s ihm bei den Ausgaben auf hundert Millionen nicht drauf an. Während sich etwa die Bauern eine Flut von Formularen, Auflagen und Kontrollen in Stall, Wald und Flur gefallen lassen, schaut bei den subventionierten Postautos alles weg. Von der Revisionsgesellschaft über die Geschäftsleitung bis zu Verwaltungsrat und Generalsekretariat des Departements.

«Nur nicht gleich, nicht auf der Stell’, denn bei der Post geht’s nicht so schnell.» Was Christel wusste, wissen Ruoff, Schwaller, Leuthard und Co. schon lange. Zeit gewinnen, aussitzen und vertrösten. Bis sich die Aufregung gelegt hat. Bei der angekündigten Untersuchung werden die Interessen des Subventionsdreiecks zwischen Begünstigten, Verwaltung und Steuerzahlern leider nicht gleichmässig wahrgenommen. Wer vertritt die Steuerzahler? Hoffentlich wenigstens der Staatsanwalt. Von den «unabhängig» sich selber untersuchenden Post-Verantwortungsträgern ist wenig zu erwarten. Dafür verdient ihre Dreistigkeit eine eigene Postleitzahl.


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