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Gotteskrieger und andere Bartträger

Publikationsdatum: 
09.11.2017
Publikationskanal: 
Weltwoche
Die «No Billag»-Initiative ist für die Befürworter verloren. Nicht darum, weil Geistesgrössen wie Beat Schlatter, Nadine Vinzens oder Edith Graf-Litscher das SRG-Staatsmonopol unterstützen. Sondern darum, weil Olivier Kessler als Initiant von «No Billag» einen Bart trägt wie ein Gotteskrieger. Als sei er als Dschihad-Kämpfer mal eben aus Syrien zurückgekehrt. Noch schlimmer als islamistische sind bei Olivier Kesslers Barttracht medienpolitische Assoziationen: Man kann den «No Billag»-Kämpfer nicht mehr von SRF-Moderatoren unterscheiden. 
Denken wir nur an das sandro-brotzsche Silberstoppelfeld in der «Rundschau». Oder an Roger Brändlins Konfirmandenbärtchen in der «Tagesschau». Jonas Projer zeigt in der «Arena» seine paar Fläumchen so stolz, als ob es die ersten wären. Das ganze Elend begann mit dem Dreitage-Bart von Roger Schawinski («Schawinski moderiert im Schmuddel-Look»). SRG-Generaldirektor Roger de Weck hatte es ihm vorgemacht. Stil-Expertin Hildegard Schwaninger riet den Altherren zum Kauf eines Rasierapparats und meinte: «Dreitage-Bart ist gut und schön – aber bitte nicht, wenn man über 35 ist.»
Warum erleben wir die allumfassende bärtige Leitkultur ausgerechnet jetzt? Warum dieser Männlichkeitswahn von immer mehr Weicheiern? «Je üppiger der Vollbart, desto grösser das Ansehen unter den Gotteskriegern», vertraute unlängst ein Beinahe-Selbstmordattentäter aus der Westschweiz der NZZ an. Doch wenn wir uns umsehen, steigt das Ansehen mit zunehmender Barttracht auch anderswo: auf dem Fussballfeld, auf dem Tennis-Court, auf dem Laufsteg der Haute Couture, auf dem roten Teppich jedes Filmfestivals. Haben Sie in neuerer Zeit einmal einen bartlosen Polizisten gesehen? Eben. Die Kurzbarttracht ist sogar politisch und parteiübergreifend: Dominique de Buman (CVP) zeigt sie ebenso wie Cédric Wermuth (SP), Hans-Peter Portmann (FDP) genauso wie Hans-Ueli Vogt (SVP).
Nur gut, dass die Deutschen Angela Merkel statt Martin Schulz ins Kanzleramt gewählt haben. Sie trägt wenigstens keinen Bart. Ansonsten ist der trendige Tanz um des Kaisers Bart für uns bartlose Männer eher bemühend. Wenn es auf den Bart ankäme, wären die Ziegen die intelligentesten aller Lebewesen. Ob die Frauen die Bärte ihrer Männer wirklich mögen? Möglich, aber nur jene, die auch gerne ihre Zahnbürste küssen.

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