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Der lustige Ferien-Diplomat

Publikationsdatum: 
12.07.2018
Publikationskanal: 
Weltwoche

Zwar waren die beiden Tessiner im Gesamtbundesrat soeben mit voller Wucht in die Wand gefahren. Dennoch verkündeten Aussenminister Ignazio Cassis und Staatssekretär Roberto Balzaretti an ihrer jüngsten Medienkonferenz fröhlich: Es bleibe bei den roten Linien für die Verhandlungen mit der EU über ein Rahmenabkommen. An den flankierenden Massnahmen zum Lohnschutz im Inland dürfe nicht gerüttelt werden. Doch der flexible Cassis nahm auch diese Aussage umgehend zurück: «Rote Linien sind auszulegen.» Und dann erklärte der Chefbeamte Balzaretti voll Heiterkeit, er gehe ab Juli für «acht Wochen fischen auf Sardinien».

Roberto Balzaretti ist offenbar reif für die Insel. Der in Lohnklasse Nummer 38 jährlich mit 380 000 Franken besoldete Staatsdiener nimmt sich allein im Sommer zwei volle Monate bezahlte Auszeit. Der Lohnschutz für den Spitzenfunktionär funktioniert, die Steuerzahler versüssen ihm auch die acht Wochen beim Salzwasserfischen im sonnigen Sardinien mit über 63 000 Franken. Denn Fische beissen am liebsten in einen goldenen Angelhaken. Und ein Fischer muss wissen, wann er ziehen soll.

Balzaretti erinnert uns an den leichtlebigen Operettendiplomaten in der «Lustigen Witwe». Richtig, an jenen Grafen Danilo Danilowitsch, der sich reichlich Erholung nach der Arbeit gönnt. Der angeblich so viel tut, dass er auch gerne ruht. Der den ganzen lieben Tag nicht immer im Büro sein mag. Wir sind voller Erbarmen mit dem Schweizer Gesandten in Brüssel, genau wie im populären Singspiel mit dem Gesandten von Pontevedro in Paris: «Die Akten häufen sich bei mir / Ich finde, ’s gibt zu viel Papier / Ich tauch’ die Feder selten ein / Und komm doch in die Tint’ hinein!»

Es gibt gewichtige Gründe, unserem Herrn Staatssekretär seinen ausgedehnten sardischen Fischerurlaub nicht kleinlich zu missgönnen. Denn die Befürworter einer weitergehenden Integration in die Europäische Union können sich freuen, dass sich Roberto Balzaretti problemlos den ausgedehnten Urlaubspraktiken von Claude Junckers Beamtentruppe anpasst. Und die Gegner eines EU-Rahmenvertrags müssten sich wünschen, dass Balzaretti möglichst für immer an der Costa Smeralda bleibt. Denn solange er dort fischt, schliesst er keine schlechten Verträge ab. Vermisst wird er ohnehin kaum werden. Denn Brüssel ohne Balzaretti ist wie ein Fisch ohne Fahrrad.


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