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Berliner Botschafts-Blödeleien

Publikationsdatum: 
06.07.2017
Publikationskanal: 
Weltwoche
Seit 150 Jahren gibt es in der deutschen Hauptstadt eine Schweizer Botschaft. Das musste gefeiert werden. Nicht mit 150 Gästen. Sondern mit 1500 Gästen. Und auch gleich mit beiden Schweizer Staatskomikern: Viktor Giacobbo und Moritz Leuenberger. Letzterer zeigte sich grimassierend, vollverhüllt im Regenmantel. Die Gästeliste umfasste «Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft». Nicht einen Staatsakt wollte unsere in Berlin residierende Botschafterin Christine Schraner Burgener feiern, sondern eine «Party».
Präziser: Eine Party auf Kosten der Steuerzahler. Statt der Steuerzahler waren allerdings von der Botschafterin persönlich handverlesene Gäste geladen. Als Vertreter der Kultur posierten Regisseur Markus Imboden («Tatort») und Blick-Chefredaktor Christian Dorer; das Verlagshaus Ringier pflegt bekanntlich seit Thomas Borers Zeiten besonders intime Beziehungen zur Schweizer Botschaft in Berlin. Auch die Politik stellte die erste Sahne ihrer Party-Löwen: Filippo Lombardi (CVP), Christian Wasserfallen (FDP) und Tim Guldimann (SP).
Selbstverständlich kam an der Berliner Party auch der offizielle Teil nicht zu kurz. Viktor Giacobbo hielt eine «satirisch-bilaterale Rede» auf den «Grossen Kanton». Brüller. SRG-Generaldirektor Roger de Weck hielt eine «Lesung». Gähn. Doch auf kulturellem Gebiet vermochte die Kunst des Wortes der Bildenden Kunst nicht die Waage halten: Botschafterin Christine Schraner Burgener präsentierte dem Sonntagsblick ihre sorgfältig lackierten Fingernägel. An den Nägeln ihrer rechten Hand prangte fünfmal das deutsche Schwarz-Rot-Gold, an der linken Hand fünfmal ein Schweizerkreuz.
Bevor die 1500 Gäste gingen, tat die so geschmückte Botschafterin das, was wir Schweizer am besten können: Sie verteilte Geschenke an alle. Mit dieser Gesandten können wir Schweizer ruhig schlafen. Nur sollten wir bestmöglich dafür sorgen, dass sie nichts Schlimmeres als ihre Partys anstellt. Als erster Botschafter wirkte in Berlin 1867 übrigens der Glarner Landammann Joachim Heer. Kaum angekommen, zog es ihn aus Heimweh wieder nach Hause. War er wirklich eine «Fehlbesetzung», wie das Aussendepartement heute urteilt? Sicher nicht. Joachim Heer war der effizienteste, kostengünstigste und unpeinlichste Botschafter, denn die Schweiz in Berlin je hatte.

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