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Bauernfreie Ahnengalerie

Publikationsdatum: 
09.08.2018
Publikationskanal: 
Weltwoche

Unter den vielen Gedanken zum 1. August waren dies die eigenartigsten: Im Sonntagsblick beklagte sich Peter von Matt, früher Germanistikprofessor an der Universität Zürich, über die Schweizer Europapolitik. Der «seltsame Hochmut» gegenüber der EU sei unerträglich. Und der Gelehrte sprach von «Arroganz gegenüber Europa». Nun wären Hochmut und Arroganz tatsächlich schlechte Ratgeber – in der Politik wie anderswo.

Doch wie lautet die Begründung des Professor Doktor von Matt? Es sei «eine alte Bauernmentalität, dieses Misstrauen gegen alles Fremde». Er selber sei da ganz anders: «Ich» – so protzt der Geistesmensch – «gehöre zu  der Minderheit, die auf der Vaterlinie bis ins  18. Jahrhundert keinen Bauern hat.» Peter von Matt attackiert also unseren angeblichen «Hochmut» und die «Arroganz» mit dem Vorwurf, allzu viele hätten statt seiner edlen Abstammung eben Bauern unter ihren Vorfahren. Hochmütiger und arroganter geht’s nicht.

Hat Herr von Matt Grund für solchen Standesdünkel? Mitnichten. Sein Nidwaldner Geschlecht benennt sich nach Bauern «von Matte». Und seine bäuerlichen Ahnen vor dem 18. Jahrhundert waren ganz sicher nicht weniger ehrenwert, als jene Vertreter seines Stammbaums, die als Söldnerführer mit europäischen Mächten paktierten und das Blut ihrer bäuerlichen Mitbürger verkauften. Es waren immer unsere Bauern, die den Verlockungen und dem Druck des Auslandes standhielten. Und die der Schweiz damit Freiheit, Selbstbestimmung und Wohlstand erhalten haben. Und es waren die Aristokraten der führenden Geschlechter, die sich in die Dienste fremder Mächte, fremder Interessen und fremder Richter stellten.

Ich jedenfalls bin stolz, dass meine Grosseltern auf väterlicher wie mütterlicher Linie Bauern waren. Auch wenn sie mehr Kinder als Kühe hatten. Als sie etwa im Zweiten Weltkrieg Kartoffeln und Getreide anbauten, haben sie gewiss nicht weniger geleistet, als der Vater des Peter von Matt, der damals in seinem Laden in Stans Bücher verkaufte. Denn Bücher konnte man nicht essen. Und wenn dann der Herr Professor auch noch intakten Wiesen und Landschaften nachtrauert und den Hornussen-Sport verehrt, so hat beides ziemlich viel mit dem von ihm verachteten Bauernstand zu tun. Merken wir uns also die soeben erfundene Bauernregel: «Je gelehrter, studierter einer ist / Umso breiter verzettelt er seinen Mist.»


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